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Tipps fur profis: darauf kommt es beim freiswasserschwimmen an

Im offenen Gewässer zu schwimmen offenbart alles: wie gut du bist, wie hart du bist, deine Kraft, deine Disziplin und deinen Mut. Aber das allein reicht nicht: Wenn du gute Ergebnisse erzielen willst, musst du bereit sein, mit einer Vielzahl von komplexen Variablen umzugehen. Freiwasserschwimmen wird als eine der härtesten und anstrengendsten Sportarten angesehen. Natürlich weißt du das – und gerade deshalb spornt es dich an. All die Fähigkeiten, die man für diesen Sport benötigt, zu erlernen und zu koordinieren, ist es, was dich zu einem großartigen Schwimmer macht, einem großartigen Wettbewerber und einem großartigen Mann (oder einer großartigen Frau).

Die verschiedenen Aspekte des Trainings werden in drei Basisblöcke unterteilt, die die Grundlagen des Erfolgs bilden: Körper, Geist und die Umgebung.

KÖRPER

Statistisch gesehen haben die besten Schwimmer der Welt einen durchschnittlichen Körperbau, mit einem moderaten Anteil an Muskelmasse (Sie wiegen nicht viel, aber haben viel Ausdauer).

Erkennst du dich selbst in dieser Beschreibung wieder?

Freiwasserschwimmen ist auf höchstem Niveau eine relativ neue Sportart, daher  gibt es nicht viel wissenschaftliche Literatur über die Physiologie. Es ist aber offensichtlich, dass du eine hohe Kapazität erlangen musst, um ein Tempo nahe an deinem VO2max durchzuhalten und einen guten Endspurt hinlegen zu können.

Mist du regelmäßig deinen VO2max?

In puncto Training und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Ausdauer für den Sport extrem wichtig ist, ist es auf jeden Fall notwendig, deine Kapazitäten zu erforschen und auszubauen. Neben dem Schwimmen, solltest du laufen, rudern, reiten, seilspringen etc. und dich selbst testen, wann immer du kannst. Erklimme den Gipfel des Berges, verbessere deine Radfahrzeiten, erhöhe die Anzahl der Wiederholungen in deinen Übungen und gib vor allem in deine Schwimmeinheiten alles.

Bist du motiviert genug?

Während dem gesamten Trainingsprozess ist die richtige Erholung von großer Bedeutung. Es ist wichtig, dass du dich an deine Regenerationszeiten hälst und die richtigen therapeutischen Mitteln nutzt, wie Massagen, Physiotherapie, Kryotherapie und eine bewusste Ernährung.

Siehst du das genauso?

Dann kommen wir jetzt zu den Dingen,  auf die du im Wasser Wert legen musst:

– Technik: Die Körperhaltung und die Stabilität des Oberkörpers sind zwei entscheidende Faktoren, insbesondere im Hinblick auf das „Energiesparen“ über lange Distanzen.

– Die Fähigkeit, zu jeder Zeit alle Körper- und Umweltbedingungen im Blick zu haben: Wind, Wellen, Orientierung, Ernährung/Flüssigkeitszufuhr.

– Erfahrung: Die Vertrautheit mit deinen Mitstreitern, den Wettkampf-Routen und den Bedingungen, die dich erwarten könnten, ermöglichen es dir, im Voraus zu Dadurch kannst du den vollen Nutzen aus dem Windschatten und den Strömem ziehen sowie die richtige Technik und Strategie wählen, ganz zu schweigen von der richtigen Schwimmbrille und dem idealen Anzug.

GEIST

Wir sind nun am Kern der Sache angekommen: deine psychologische Vorbereitung!

Bei Ausdauersportarten ist es der Geist, der dich leitet und der dir hilft, zu gewinnen.

Es ist der Geist, der dir hilft, dich zu konzentrieren und für deine Ziele und Träume zu kämpfen. Dein Geist gibt dir die nötige Kraft, jeden Morgen früh aufzustehen und keine deiner anstrengenden Trainingseinheiten zu verpassen. Er ist der Engel, der in deinem Kopf den Teufel bekämpft, wenn du dich entscheiden musst, ob du dich mit Freunden triffst oder ins Fitnessstudio gehst, ob du Obst oder Schokoladenkuchen isst, ob du den Schmerz erträgst und den Sieg verfolgst oder einfach eine Niederlage einsteckst.

Dein Geist ist dein bester Freund, dein Verbündeter, der Einzige, der wirklich an dich glaubt und dir helfen kann, das Unmögliche zu erreichen.

Trainiere diesen Aspekt: Sportpsychologie, mentales Training und Methoden wie Meditation oder Achtsamkeit sind extrem effektive Mittel, um Selbstvertrauens den Glauben an die Erreichbarkeit deiner Ziele zu erlangen. Besonders bei Langstreckenrennen kann das dein entscheidendes Ass im Ärmel sein.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um meinen Lieblingsspruch mit dir zu teilen: „Schmerz geht vorüber, Ruhm bleibt für immer!“

UMGEBUNG

Es gibt zwei Arten von Umgebungen: die natürliche Umwelt und die, die durch die Menschen um dich herum entsteht. Über die natürliche Umwelt haben wir bereits gesprochen: Denk daran, wenn du gewinnen willst, musst du Experte werden und ein tiefes Verständnis für das Meer, für Flüsse oder Seen entwickeln. Du kannst und musst die verschiedenen Aspekte trainieren, vor allem in der Tapering-Phase deiner Vorbereitung.

Wenn ich von den Menschen um dich herum spreche, meine ich deiner Familie, Freunde, Teamkollegen und Trainer. Es ist wichtig, dass diese Menschen dich unterstützen, respektieren, motivieren und was am wichtigsten ist: an dich glauben. Austausch und Ehrlichkeit sind ein wesentlicher Bestandteil davon.

Ich möchte abschließend alle diese Ratschläge in einer einzigen, simplen – aber zugleich auch wieder komplizierten – Gleichung zusammenfassen, die uns zeigt, dass wir nur Ergebnisse erzielen können, wenn wir uns um alle Komponenten gleichsam bemühen:

Körpertraining + mentales Training + taktisches Training + Erfahrung + richtige Ernährung und Regeneration = Erfolg!