Musik hören bevor du abtauchst, für was ist es gut?

Training & Technik
Geschrieben von: Arturo Mugnai at 20 Februar '18 0
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Wir haben oft Chad Le Clos, Katinka Hosszú und einige der besten Schwimmer aller Zeiten, nur wenige Meter vom Poolrand, Musik hören sehen. Aber welche Rolle spielt Musik bei sportlichen Leistungen?

Wir können verschiedene Gefühle empfinden, wenn wir Musik hören. Noten und Texte rufen Erinnerungen hervor, angenehme Empfindungen, aber auch einen Zustand der Entspannung oder Anregung. Alle diese Empfindungen abrufen zu können, kann sehr nützlich sein. Vor allem wenn es darum geht sich einer wichtigen sportlichen Leistung zu stellen.

Die Forschung hat in diesem Sinne gezeigt welche mentalen Fähigkeiten und psychologischen Zusammenhänge die Musik verstärkt.

1. Die Fähigkeit zu dissoziieren und zu konzentrieren. Die Musik kann uns dabei helfen unsere Aufmerksamkeit einzugrenzen. Damit ermöglicht sie uns, uns auf positive Gedanken oder auf wichtige Reize in einem bestimmten Moment zu konzentrieren. Musik kann nicht nur das, sondern sie kann jene Zustände von Stärke und Euphorie fördern und somit die Leistung in gewissem Maße positiv beeinflussen.

2. Passt die Musik der Situation an: Folgen wir dem Rhythmus der Musik, die wir hören, wird unsere Motivation, je nachdem wo wir uns befinden, angeregt oder beruhigt. Nehmen wir zum Beispiel einen Athleten, der kurz vor einem wichtigen Schwimmrennen, am Abend vorher schlafen geht. Hört man entspannende Musik wird es aus physiologischer Sicht einfacher Spannung zu lösen und Aufregung zu verringern um gut zu ruhen. Im Gegensatz, am nächsten Tag, wenn Du dich wenig motiviert fühlst, kann ein Musikstück mit schnellem Rhythmus dazu beitragen die Motivation zu steigern. Es bleibt anzumerken mit „beitragen“ wollen wir darauf hinweisen, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Ursache und Effekt, also zwischen dem Hören von Musik und dem gewünschten Ergebnis gibt, sondern eine unterstützende Wirkung. Motivation ist ein sehr komplexes Phänomen das nicht durch einen einzigen Faktor reguliert werden kann.

3. Synchronisation: Ihr werdet sicherlich bemerkt haben wie körperliche Betätigung im Rhythmus der Musik, den Bewegungen hilft und weniger anstrengt. Offensichtlich trifft dies zu für all jene motorischen Fähigkeiten, die eine kontinuierliche und sich wiederholende Anstrengung implizieren.

4. Erwerb motorischer Fähigkeiten: Musik schafft die Möglichkeit verschiedene Bewegungsebenen zu erkunden und die Koordination zu erhöhen. Die Anwesenheit von Musik schafft ein angenehmes sportliches Ambiente und erleichtert daher die Integration von Athleten und Sportlern im Allgemeinen.

5. Die Musik kann als Element beitragen den “flow state” herzustellen.

Eine Playlist zu erstellen, für einen speziellen sportlichen Anlass oder einfach fürs Training, kann daher eine von vielen Strategien für eine verbesserte mentale Vorbereitung sein.

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Quellen:
Karageorghis, C. I., Jones, L., & Stuart, D. P. (2008). Psychological effects of music tempi. International Journal of Sports Medicine, 29, 613-619.
Karageorghis, C. I., & Terry, P. C. (1997). The psychophysical effects of music in sport and exercise: A review. Journal of Sport Behavior, 20, 54–68.
Author

Geschrieben von:

Arturo Mugnai

Arturo Mugnai was born in Tuscany in 1990. After competing as a backstroke swimmer, he enrolled to study psychology while continuing to write and be passionate about swimming. After completing his first degree and then his master’s, he became a sports psychologist. He firmly believes that the psychological side is vital for all sportsmen and women, even those competing in water sports. In other words, you never forget your first love.